FINANZIERUNG Energie-Genossenschaft Salzbödetal sucht weitere Mitstreiter
Hinterländer Anzeiger 4.1.2017 von Michael Tietz
Mit finanzieller Beteiligung der Bürger sollen auf den Höhenzügen in der Nähe des Landratskreuzes bei Rachelshausen nun auch drei Windräder gebaut werden – die Genehmigung für die Anlagen liegt bereits vor.
Gladenbach Drei Windkraftanlagen dürfen nahe Rachelshausen gebaut werden. An deren Finanzierung will sich auch die BürgerEnergie Salzbödetal eG beteiligen. Die Genossenschaft sucht nun nach weiteren Mitstreitern für das Vorhaben.
Am 22. Dezember hat das Regierungspräsidium Gießen die drei neuen Windräder in den Gemarkungen Rachelshausen und Römershausen genehmigt. Die Firma BürgerWind Gladenbach will auf zwei städtischen Grundstücken und einer privaten Fläche Anlagen des Typs Enercon E115 errichten und betreiben.
Die Windräder haben eine Nabenhöhe von 149 Metern, einen Rotordurchmesser von 116 Metern und eine Gesamthöhe von 207 Metern. Die Leistung beträgt jeweils drei Megawatt.
Regierungspräsidium sieht keine Gefahren für die Umwelt oder erhebliche Belästigungen
Laut RP werden von den geplanten Anlagen „keine schädlichen Umwelteinwirkungen und sonstigen Gefahren sowie erheblichen Nachteile und Belästigungen für die Allgemeinheit und die Nachbarschaft“ ausgehen.
Der Genehmigungsbescheid wird ab dem 17. Januar zwei Wochen lang in den Rathäusern in Gladenbach, Dautphetal, Bad Endbach, Steffenberg, Angelburg und Siegbach sowie im Gießener RP ausgelegt. Dort kann er von jedermann während der Dienststunden eingesehen werden. Gegen den Bescheid kann innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe Klage beim Verwaltungsgericht Gießen erhoben werden. Die Klagefrist beginnt am 31. Januar.
„An diesen Anlagen will sich die BürgerEenergie-Genossenschaft Salzbödetal maßgeblich beteiligen“, erklärte Vorstandsmitglied Siegfried Klein. Der Gladenbacher und seine Mitstreiter gehen davon aus, dass die drei Windräder in diesem Jahr ans Netz gehen werden und deshalb mit einer festen Vergütung pro Kilowattstunde Strom zu rechnen ist.
Fünf Jahre hatte die Firma BürgerWind Gladenbach an dem Windpark-Projekt auf den Höhenzügen in der Nähe des Landratskreuzes geplant. Auf rund 16 Millionen Euro taxierte Geschäftsführer Ulf Schmidl das Bauvorhaben. Der Großteil soll über Kredite finanziert werden, drei bis vier Millionen Euro über Eigenkapital. Der Löwenanteil davon – etwa 70 Prozent – wird über Genossenschaftsmodelle abgewickelt. Der Windpark soll laut Schmidl ein „echtes Bürgerprojekt“ sein.
Ziel der BürgerEnergie-Genossenschaft Salzbödetal ist es, „möglichst vielen Menschen aus der Region Gelegenheit zu bieten, an der notwendigen Energiewende mitzuwirken“, so Siegfried Klein. Energiewende heißt: „Energie muss ohne Atomkraft und fossile Energieträger erzeugt werden“, sagte Holger Karches, der ebenfalls dem Vorstand der Genossenschaft angehört.
Die Menschen, die in der Nähe von Energieanlagen wohnen, sollten nach Möglichkeit vor allen anderen bevorzugt an den Ausschüttungen beteiligt werden. „Wir waren uns von Anfang an mit den Projektierern einig, Bürgern im Umfeld des geplanten Windparks als erste anzusprechen“, erklärte Siegfried Klein.
Interessierte können sich auf der Internetseite der Genossenschaft informieren.
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